Grußwort


Janosch

„Oldenburg ist meine zweite Heimat“

Ich wohnte dort 1945 und versuchte, die norddeutsche deutliche Sprachart zu lernen, das gelang mir dann nur ein wenig.

In meiner Geburtsstadt Zabrze sprach man Wasserpolnisch, sprachlich vereinfachtes Polnisch, so wie die Afrikaner Englisch reden. Damit konnte ich mich später in die Schriftstellerei einschleichen, man erkannte in meiner simplen Grammatik einen neuen Schriftstellerstil, das haut doch hin, oder? Ich wurde also 1931 an der polnischen Grenze geboren, bekam 1945 die polnische Staatsangehörigkeit zugebilligt, floh illegal aus Zabrze in einem Güterzug weg. Es gab dort nichts zu essen. Dann wurde Oldenburg meine Heimat, ich bin jetzt für immer ein Norddeutscher. Außer dass ich behaupte, auch ein Weltbürger zu sein, nebenbei. Ich habe in Oldenburg in einer Spinnerei gearbeitet. Als Maschinenputzer. Warpsspinnerei. Stedinger Straße 109. Anfahrt von Kayhauserfeld mit einem Personenzug.

Jetzt redet man also in Oldenburg über mich, und von Kindern werden dort Bilder für mich gemalt, wow!!
Das hätte ich damals nicht gedacht, ich wollte damals nur Spinner werden.

Janosch grüßt seine Heimat Oldenburg
  Kunze

Heinz Rudolf Kunze (Foto: Martin Huch, Loewe Verlag)